Same-Same, but Different

Same-Same, but Different

Vortrag im IK-Team vom 16.9.2020

SAME-SAME
Unser Ausgangspunkt ist die Gleichheit auf vielerlei Ebenen:
- Vor dem Gesetz sind alle gleich. Menschenrechte!
- Genetisch teilen wir 99% des Erbguts mit allen anderen Menschen. Und 50% mit
der Banane. #blacklivesmatter
- Unsere Schulen sind grosse Gleichmacher.
- Wir leben in Bubbles, die aus Gleichen bestehen.
- Konform leben ist easy; Nonkonformismus kann anstrengend sein.
- Mehr denn je ist das Thema „Minderheiten“ ein Thema.
Unser ganzes Mindset ist auf Gleichheit programmiert.

DIVERSITY ERKENNEN UND ANERKENNEN
„We are all the same, but different.“
Erkennen, dass wir alle gleich sind, bedeutet wahrnehmen, dass wir alle verbunden
sind.
Anerkennen, dass jeder anders ist, bedeutet annehmen, dass jeder seiner
Bestimmung folgen soll.
Das Integrale Modell ist nicht nur ein Ordnung schaffendes Modell, sondern auch
eines, dass darauf fokussiert, wie divers wir alle sind.
Und Ken Wilber selber hat immer betont, dass Translation fast wichtiger ist wie
Transformation.
Wenn wir unser Mindset auf Diversity umprogrammieren, sieht die Welt anders
aus.

EXKURS BIODIVERSITÄT – THERE IS A PLAN
Wer Biodiversität wahrnimmt und darüber nachdenkt muss zum Schluss kommen,
dass es einen Lebensplan gibt. Anders ist diese unendliche Vielfalt nicht zu erklären.

Allein in unserem Garten gibt es 20 Baumarten, 20 Straucharten, über 100
Blütenpflanzen, insgesamt über 250 Arten, die mir bekannt sind. Das ist aber nur
1/1000 aller Arten, die in unserem Garten vorkommen, und die alle miteinander
kommunizieren. 999/1000 aller Arten in unserem Garten kenne ich nicht.

Das Beispiel Kopffüsser: Von denen gab es mindestens 30‘000 Arten (vom Menschen
nur 1 Art) und sie haben 350 Millionen Jahre überlebt bis heute. Homo sapiens, der
moderne Mensch, ist etwas über 315‘000 Jahre alt. Rezente Pflanzenarten sind zum
Beispiel Schachtelhalme, die es vor 375 Millionen Jahren bereits gab.

Diversity anerkennen heisst auch bescheiden, ja sogar demütig sein.

ANERKENNE DICH SELBST
„Wer bin ich?“, ist eine gute Frage. Bis jetzt haben wir diese Frage spirituell oder
psychologisch beantwortet. Die präzisere Frage ist jedoch: Was unterscheidet mich
körperlich von anderen? Jeder wirklich relevante Unterschied manifestiert sich
körperlich.
Auch Bewusstseinsstufen sind körperlich, behaupte ich mal 🙂
Diese meine körperlichen Bedingungen muss ich anerkennen. Beispiel: Krämpfe in
kaltem Wasser. Der Schwimmlehrer hat mich als Angsthase abgestempelt. Meine
Partnerin konnte auch nicht recht damit umgehen. Aber es ist nun Mal so: Ich kriege
Krämpfe, wenn das Wasser unter 14 Grad ist. Mit dieser Bedingtheit muss ich leben.
Je früher ich sie anerkenne, umso weniger stört sie.

COMING OUT
Erkennen und anerkennen, wer man/frau ist ist ein Weg. Dieser Prozess dauert
lebenslang.
Nicht jeder geht diesen Weg. Beispiel Garten: Wir haben unseren Garten seit 20
Jahren Richtung mehr Biodiversität entwickelt. Dabei ist kein Stein auf dem andern
geblieben. Unser Nachbar hat in der gleichen Zeitspanne seinen Garten gegen alle
Veränderungen verteidigt. Beides hat seinen Platz im Ganzen. Ich fühle mich als
Bewahrer körperlich unwohl. Er fühlt sich als Veränderer unwohl. Beide gehen wir
unseren Weg.
Resonanz, Vertrauen, Glück, Lust – Verbindung ist nur möglich, wenn frau/man sich
zeigt. 
Wenn ich mich dem Schmetterling nicht als Blume zu erkennen gebe, wird er
vorbeifliegen.